Rede zum 07.09.2013

Robert Koch, der Arzt hat einmal gesagt: „Es wird dereinst die Zeit kommen, da wird man den Lärm bekämpfen müssen, wie heute die Cholera und die Pest.“

Und das vor mehr als 100 Jahren!

Ich begrüße alle, die sich heute und hier zu unserer zweiten Protestaktion in diesem Jahr  zusammengefunden haben. Das ist für uns als Bürgerinitiative vor allem die überwältigende Anzahl der  Bewohner aus den betroffenen Gebieten entlang der „Berliner Strecke“. Das zeigt die starke Betroffenheit und symbolisiert uns und der Politik die Dringlichkeit des Lärmproblems.

 Ich begrüße natürlich auch alle anwesenden Vertreter der Landes- und Kommunalpolitik.

Wenn auch die Zeit der Vorbereitung – für uns -  zwar lang erschien und wir viele Einladungen verschickt haben,  ist es  doch einigen nicht möglich gewesen bereits langfristig festgelegte Termine zu verschieben. Und der Tag der Sachsen bindet ebenfalls einige Politiker, wie den Landtagspräsidenten Dr. Rößler als Schirmherr. Umso mehr freuen wir uns, dass

-          Frau Jähnigen                                  Grüne

-          Frau Rüthrich                                   SPD

-          Herr Mücke                                      FDP                                      

-          Herr Neupold                                   OB Coswig                         

-          Herr Scheel                                       Linke

kommen konnten und sich in der  Podiumsdiskussion den Fragen stellen.

Um bei einer Aufzählung keinen zu vergessen bedanken wir uns bei ALLEN – ich sage ausdrücklich ALLEN, die uns seit Wochen und Monaten mit ihren Spenden und tatkräftigen Hilfe unterstützt haben.

Wir haben lange darüber in unserer BI darüber diskutiert unter welches Motto wir den heutigen Tag stellen. Immerhin leiden wir seit genau 1 000 Tagen unter dem Bahnlärm seit der Freigabe der erneuerten Strecke.

Zuerst haben wir gesagt – Bürgerfest. Aber sollen wir etwa ein Fest feiern, dass wir 1 000 Tage Bahnlärm erleiden? Das war uns dann doch recht fragwürdig. Also entschlossen wir uns zum Bürgertag unter dem Motto „1 000 Kinderhände für eine leise Bahn“.

Warum? Damit geben wir unseren Kindern und Enkelkindern eine Stimme, die sie sonst nicht haben. Die Kinderhände werden wir symbolisch an Politiker und die Bahn übergeben.

Am 12. September 2011, also vor fast auf den Tag genau vor 2 Jahren, haben wir unsere erste Protestveranstaltung an dieser Stelle durchgeführt.  Sie war geprägt von einer überwältigenden Teilnahme der Betroffenen. Die teilnehmenden Politiker aus der Landes- und Kommunalpolitik versprachen, sich parteiübergreifend für unser Anliegen einzusetzen und uns zu unterstützen.

Das geschah bei der Erarbeitung einer Petition an den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages. Diese haben wir im Oktober 2011 eingereicht. Rund 2 500 Unterschriften haben wir zur Unterstützung dieser Petition gesammelt und dem Petitionsausschuss in Berlin übergeben.

Eine ebenso wertvolle Unterstützung haben wir bei der Finanzierung der Lärmmessung durch die sächsische Landesregierung erhalten. Diese hat uns wertvolle Daten über den in unserer Region  herrschenden Lärm geliefert.

Nur ein Beispiel:

-          Bahnunterführung Auerstraße                                              

-          Prognose lt. Planfeststellungsbeschluss                              50 Dezibel

-          berechneter Wert in der Nacht                                               75 Dezibel

Wer will da noch leugnen, dass die Güterzüge gesundheitsschädigend sind?

Wie kann es dann sein, dass – ich will nicht falsch verstanden werden – Tiere zum Schutz vor Verkehrsanlagen umgesiedelt werden, Blitzer installiert werden,

ABER: wir, die Menschen, die dem Bahnlärm ausgesetzt werden keinen Schutz bekommen!

Mit der Lärmampel konnten wir allen Beteiligten zeigen, welche der tatsächlich vorbeifahrenden Züge den Lärmpegel von 80 Dezibel überschritten haben.

Am 12. April diesen Jahres hat der Petitionsausschuss in Coswig getagt und sich mit der Situation vertraut gemacht. Unsere Argumente waren so stichhaltig, dass die Petition einstimmig angenommen wurde. Der Ausschuss unterstützt z.B. unsere Forderung zur Geschwindigkeitsreduzierung in den Nachtstunden.

Das werten wir als enormen Erfolg. Das hat noch keine Bürgerinitiative geschafft!

Wir wissen, dass es auch nach zwei Jahren Arbeit unserer BI noch nicht leiser geworden ist. Wir sind uns aber einig, dass es sich lohnt weiter für ein leises Elbtal zu kämpfen.

Wir wollen gemeinsam mit allen Betroffenen, mit den Vertretern aus Politik und Wirtschaft auch in Zukunft dafür streiten, dass es leiser wird und wir ein Recht auf Lärmschutz bekommen.

Wir wollen den heutigen Tag nutzen, um mit Ihnen ins Gespräch zu kommen.

Zum Schluss noch einmal:

-          Wir sind keine Gegner der Bahn

-          Wir sind für eine leise Bahn

-          Wir wollen gemeinsam mit allen Betroffenen, der Politik und der Bahn gegen den Bahnlärm angehen

-          Unser Ziel ist die Erhaltung einer lebenswerten Region

Dafür kann es in unserer BI nicht genug zupackende Hände und kluge Köpfe geben. Unterstützen Sie uns.

Und auch zum Schluss noch ein Zitat:

„Wer wagt es, sich den donnernden Zügen entgegen zu stellen?

 

Die kleinen Blümchen zwischen den Eisenbahnschwellen.“

(Erich Kästner)

Dossier

Lärmkarte des Eisenbahnbundesamtes    

Wie laut ist es bei mir?

Die Lärmkarte des EBA gibt Auskunft.

   

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Das ehrenamtliche Engagement zur Reduzierung von Bahnlärm durch die Bi Bahnemission-Elbtal e. V wurde gefördert von der Bürgerstiftung Dresden

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     Niederau, Radebeul, Radeburg, Weinböhla

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