Bürgertag für Groß und Klein – 1000 Kinderhände für eine leise Bahn

Die Bürgerinitiative Bahnemission-Elbtal e.V. in Coswig (b. Dresden) veranstaltet am 07. September 2013 einen Bürgertag für Groß und Klein unter dem Motto „1.000 Kinderhände für eine leise Bahn“ an der Lößnitzstraße in Coswig von 16.00 Uhr bis 20.00 Uhr durch. Dazu laden wir alle Interessierten und vom Bahnlärm Betroffenen ein. Kinder,  bringt eure Eltern, Großeltern und  Freunde mit.

Auf den Tag genau sind dann die Anwohner 1000 Tage dem Bahnlärm ausgesetzt.

1000 Kinderhände für eine leise Bahn wollen wir farbig auf Papier bringen und sammeln. Diese sollen dann an Vertreter aus der Politik übergeben werden. In der geplanten  Podiumsdiskussion wollen wir allen Teilnehmern die Möglichkeit geben, ihre Fragen zum Thema Bahnlärm zu stellen. 

Abgerundet wird die Veranstaltung von lustigen Aktionen für die Kinder. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt.

Zum Abschluss ist ein Lampionumzug unter dem Motto 1000 Lichter für eine leise Bahn geplant. 

Auf der so genannten „Berliner Strecke“ fahren seit 1848 Züge und hat sich zu einer bedeutenden Bahnverbindung entwickelt. Bis zur Freigabe der sanierten und ausgebauten Strecke am 12.12.2010 war die Bahn für die Anwohner in Coswig und Umgebung kaum ein Thema.  Danach nahmen die Beschwerden der Anwohner über den Bahnlärm zu. Sie wurden nachts um ihren erholsamen Schlaf gebracht. Daraufhin gründete sich  im August 2011 die Bürgerinitiative Bahnemission-Elbtal.

Bereits am 12.09.2011 wurde die erste Protestaktion am Bahndamm im Bereich der Lößnitzstraße in Coswig durchgeführt. Ende 2011 wurde eine Petition mit 2.500 Unterschriften an den Deutschen  Bundestag übergeben. Eine dreiwöchige Zugzählung war die Grundlage für eine offizielle Lärmmessung im August 2012 mit Hilfe des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft durchgeführt. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass seit der Freigabe der „Berliner Strecke“ der von den Güterzügen verursachte Lärm messbar unerträglich geworden ist.

Im Planfeststellungsbeschluss geht die DB AG „Dauerhaften Pegelminderung um 3 dB(A) für alle Zuggattungen durch die besondere Gleispflege aus“. Dafür wurde kein Nachweis erbracht. Der nach der Lärmmessung berechnete Beurteilungspegel liegt an einem konkreten Berechnungspunkt in der Nacht bei 74,9 dB(A) gegenüber einem zulässigen Immissionsgrenzwert lt. 16. BimSchV von 49 dB(A).

Im April 2013 verschaffte sich der Petitionsausschuss des Bundestages ein „Gehör“ vor Ort. Daraufhin wurde unsere Petition einstimmig befürwortet und an den Bundestag übergeben. Die Abgeordneten sprechen sich u. a. für die von unserer Bürgerinitiative geforderte Reduzierung der Geschwindigkeit in den Nachtstunden aus.                 

„Wir wissen, dass die „Berliner Strecke“ in den nächsten Jahren immer mehr Verkehr aufnehmen muss und wird. Umso wichtiger ist, dass die Betroffenen intensiv vor dem Lärm geschützt werden. Und wenn das nicht geschieht, dann wird die Bahn für den steigenden Güterverkehr keine Akzeptanz erreichen.“ so die Einschätzung von Michael Krebs, Mitglied des Vorstandes. „ Das Beispiel Schweiz hat uns gezeigt, dass bei vorhandenem politischen Willen auch die nötigen finanziellen Mittel nicht fehlen. Die Schweizer haben immerhin den zehnfachen Betrag pro Kopf für den Lärmschutz gegenüber Deutschland ausgegeben.“ so Krebs weiter.